SAZbike.de, 01.07.2022
Lesedauer: 00:50 Minuten

DIN veröffentlicht Entwürfe für neue Lastenradnormen

Das Deutsche Institut für Normung (DIN, Berlin) hat Normenentwürfe für Lastenräder veröffentlicht. Angemeldete Nutzer und Nutzerinnen dürfen diese kommentieren.

In SAZbike Ausgabe 11 (Lastenradnormen, Seite 22 bis 25) wurde es angekündigt, jetzt ist es soweit: Die Normenentwürfe für Lastenräder sind online und dürfen von angemeldeten Nutzern und Nutzerinnen hier kommentiert werden. Differenziert wird zwischen „leichten einspurigen“ und „leichten mehrspurigen“ Lastenrädern. Die Entwürfe basieren auf der Lastenradnorm DIN 79010, wurden jedoch im Europäischen Normungsgremium weiterentwickelt. Ein Unterschied ist der Anwendungsbereich bei leichten einspurigen Lastenrädern. Für diese wurde in der Europäischen Norm ein zulässiges Gesamtgewicht aus Fahrrad, Fahrer oder Fahrerin und Zuladung, von 300 Kilogramm festgelegt. Einspurer werden also intensiver geprüft als mit der DIN-Norm bis 250 Kilogramm.

Am 17. Juni forderte der Unfallforscher Siegfried Brockmann, Leiter Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, eine Versicherungspflicht für Lastenräder. Andere Experten, etwa Dirk Zedler, sehen die Tendenz zu größeren und teils über 300 Kilogramm schwereren Lastenrädern kritisch und befürchten aufgrund der steigenden Betriebsgefahr ein Ende der Fahrradprivilegien für Pedelecs.

Tim Salatzki, Technischer Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV), erklärte bereits im oben genannten Lastenradartikel, dass Lastenräder unabhängig vom zulässigen Gesamtgewicht stärker reguliert gehören: „Gerade in der Lastenradbranche ist dies sinnvoll, denn so beeindruckend die Innovationskraft ist, so herrscht aktuell doch noch ein gewisser Wildwuchs.“

Autor: Tillman Lambert

Zurück